Das Beste von Sizilien
Sizilien ist zu groß, um es in einem Urlaub "abzuhaken" — wer das versucht, sieht am Ende nur Autobahnen. Hier sind die Ziele, die wirklich einen Platz im Reiseplan verdienen, mit ehrlicher Einordnung statt reiner Aufzählung.
Valle dei Templi, Agrigento

Seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe und mit 1.300 Hektar einer der größten archäologischen Parks der Welt: elf dorische Tempel, mehrere Heiligtümer und ausgedehnte Nekropolen. Der Tempel der Concordia ist der am besten erhaltene dorische Tempel weltweit – er überlebte, weil er im 7. Jahrhundert in eine christliche Basilika umgewandelt wurde, statt wie andere Tempel als Steinbruch zu enden. Am besten früh morgens oder zum Sonnenuntergang besuchen, wenn das Licht die Tempel golden färbt und die Busgruppen noch nicht da sind. Alle Details im Agrigento-Guide.
Die Barockstädte des Val di Noto

Acht Städte im Südosten Siziliens – darunter Noto, Modica, Ragusa und Scicli – wurden nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 komplett neu aufgebaut, im einheitlichen Stil des sizilianischen Spätbarocks. Seit 2002 gemeinsam UNESCO-Welterbe. Noto gilt als "Hauptstadt des Barock" mit einer geradezu bühnenhaften Stadtplanung. Modica liegt in einem tiefen Tal, die Altstadt wirkt, als würde sie aus dem Fels wachsen. Wer nur eine Stadt schafft, sollte Noto wählen – wer zwei Tage Zeit hat, fügt Modica dazu (auch wegen der berühmten Schokolade nach aztekischer Rezeptur). Mehr im Ragusa-&-Modica-Guide.
Taormina und das antike Theater

Das meistfotografierte Postkartenmotiv Siziliens, aus gutem Grund: Das antike griechisch- römische Theater bietet einen Blick, bei dem der Ätna direkt hinter der Bühne aufragt – eine Kulisse, die kein anderer antiker Theaterbau der Welt bieten kann. Der Nachteil: Taormina ist entsprechend überlaufen, besonders mittags im Sommer. Ehrlicher Tipp: früh am Morgen kommen, bevor die Tagesausflügler aus Catania und Messina eintreffen. Zeitplan und Details im Taormina-Guide.
Der Ätna

Europas höchster und aktivster Vulkan, ständig in Bewegung – buchstäblich. Muss man nicht zwingend bis zum Gipfel besteigen, um ihn zu erleben: Schon eine Wanderung um die Krater nahe Rifugio Sapienza oder eine Fahrt mit der historischen Circumetnea-Bahn rundherum vermitteln, warum diese Landschaft so einzigartig ist. Wichtig zu wissen: Wetter und vulkanische Aktivität können den Zugang zu den oberen Bereichen jederzeit einschränken – flexibel bleiben lohnt sich. Alle Artikel zur Region: Catania & Ätna.
Palermo: Kathedrale, Cappella Palatina und die Märkte

Palermo ist lauter, chaotischer und schichtreicher als der Rest der Insel – genau das macht die Stadt aus. Die Cappella Palatina im Palazzo dei Normanni mit ihren byzantinischen Goldmosaiken gilt als eine der schönsten Kapellen der Welt. Dazu die historischen Märkte (Ballarò, Vucciria, Capo) für echtes Streetfood-Erlebnis, nicht nur zum Fotografieren. Alle Artikel zur Region: Palermo.
Siracusa und Ortigia

Die Altstadtinsel Ortigia, verbunden mit dem Festland Siracusas durch nur zwei kurze Brücken, ist einer der stimmungsvollsten Orte Siziliens am Abend. Dazu der archäologische Park mit dem griechischen Theater und den Latomien (antike Steinbrüche, teils zu Gärten geworden). Wer Sizilien "auf Griechisch" erleben will, ist hier richtiger als in Agrigento. Mehr im Siracusa-Artikel.
Cefalù

Kleine Küstenstadt mit normannischer Kathedrale, Sandstrand direkt im Ort und einem charakteristischen Felsen ("La Rocca") darüber. Kompakt genug für einen Tagesausflug ab Palermo, aber mit genug Substanz für mehr. Details im Cefalù-Guide.
Die Äolischen Inseln

Sieben Vulkaninseln nördlich von Milazzo, darunter Lipari, Vulcano (mit seinen Schwefel-Schlammbädern) und Stromboli, dessen Vulkan buchstäblich seit Jahrhunderten fast ununterbrochen aktiv ist. Erreichbar per Fähre oder Tragflügelboot – ein eigener Reisebaustein, kein Tagesausflug nebenbei. Der komplette Äolische-Inseln-Guide.
Trapani: Salinen, Altstadt und die Fähre zu den Ägadischen Inseln

Am äußersten Westzipfel der Insel, deshalb von den meisten Sizilien-Reisenden übersprungen – zu Unrecht. Die Salinen von Trapani mit ihren rosa schimmernden Becken und historischen Windmühlen, die mittelalterliche Bergstadt Erice hoch über der Küste und die Fähre zu den Ägadischen Inseln (Favignana, Levanzo, Marettimo) lassen sich gut in ein bis zwei Tagen verbinden. Alle Details im Trapani-Guide.