Gelo di melone – sizilianischer Wassermelonen-Pudding

Zutaten
Wenn man “Gelo di melone” zum ersten Mal auf einer Speisekarte in Palermo liest, denkt man an Melone. Falsch gedacht: “Mellone” ist sizilianischer Dialekt für Wassermelone, nicht für die Melone, die man in Deutschland kennt. Das Ergebnis ist ein festes, puddingartiges Dessert in kräftigem Rot, das nach nichts anderem schmeckt als nach purer, gekühlter Wassermelone – und das an einem heißen Julitag in Palermo genau das Richtige ist.
Woher es kommt
Gelo di melone ist vor allem in Palermo und Umgebung verbreitet und traditionell eng mit dem Festino di Santa Rosalia verbunden, dem großen Stadtfest zu Ehren der Schutzpatronin Palermos Mitte Juli. An den Festtagen verkaufen Straßenstände in der ganzen Stadt Portionen davon aus großen runden Formen. Über den Ursprung sind sich Kulinarik-Historiker nicht einig: Die einen verorten ihn in der arabischen Herrschaft über Sizilien, als gekühlte Frucht-Desserts nach Sizilien kamen; andere schreiben ihn den Arbëreshë zu, den albanischstämmigen Gemeinden im palermitanischen Hinterland. Sicher ist nur, dass es in Palermo seit Generationen zum Sommer gehört wie die Granita zum Frühstück.
Nur drei Grundzutaten – aber die Details zählen
Wassermelonensaft, Zucker, Stärke – mehr braucht die Basis nicht. Der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Gelo di melone liegt in zwei Dingen: einem wirklich klar gefilterten Saft (keine Fasern, keine Kerne) und der richtigen Kochzeit, bis die Masse glänzend und dickflüssig wird, ohne zu verkochen. Zu kurz gekocht, bindet es nicht richtig; zu lang, wird es gummiartig.
Zubereitung
Der Saft: Wassermelonenfleisch pürieren und durch ein feines Sieb oder Passiertuch streichen – wichtig, damit später keine Fasern im Pudding sind.
Die Bindung: Einen Teil des Safts mit der Stärke glattrühren, den Rest mit dem Zucker erwärmen, dann beides zusammenführen.
Das Kochen: Unter ständigem Rühren 8-10 Minuten köcheln, bis die Masse eindickt und kurz aufkocht.
Das Kühlen: In Formen oder Schälchen füllen und mindestens 6-8 Stunden, besser über Nacht, kalt stellen.
Die Garnitur ist kein Extra, sondern Teil des Rezepts
Grob gehackte dunkle Schokolade und Pistazien sind bei Gelo di melone keine Deko, sondern geschmacklich fest eingeplant – der bittere Schokoladen-Crunch gleicht die Süße der Wassermelone aus. Wer sizilianische Pistazien aus Bronte bekommt, sollte sie nehmen: intensiver grün und aromatischer als die meisten Standardsorten. In Palermo kommen traditionell noch Jasminblüten und manchmal Zuccata (kandierter Winterkürbis) dazu – beides außerhalb Siziliens schwer zu bekommen, aber fürs Ergebnis nicht entscheidend.
Häufige Fragen
Ist "Gelo di melone" dasselbe wie Melonen-Pudding?
Nein – das ist die häufigste Verwechslung bei diesem Dessert. "Mellone" ist sizilianischer Dialekt für Wassermelone (anguria), nicht für Cantaloupe- oder Honigmelone. Das Dessert schmeckt entsprechend nach Wassermelone, nicht nach Melone.
Wie bekomme ich den Saft am klarsten?
Fruchtfleisch pürieren und anschließend durch ein feines Sieb oder besser noch ein Passiertuch streichen, dabei gut ausdrücken. Wer den Saft nicht filtert, bekommt ein stumpferes Ergebnis mit kleinen Fasern.
Kann ich es ohne Jasminblüten machen?
Ja, problemlos. Die Blüten sind ein traditioneller Aroma-Touch, den man außerhalb Siziliens ohnehin kaum bekommt. Schokolade und Pistazien sind die eigentlich unverzichtbare Garnitur.
Wie lange hält sich Gelo di melone?
Im Kühlschrank abgedeckt 2-3 Tage. Da es ohnehin mehrere Stunden durchziehen muss, eignet es sich gut zum Vorbereiten.