Castelmola: Siziliens seltsamste Bar hat die beste Aussicht über Taormina

- Lage: 529 m über dem Meeresspiegel, ca. 5 km über der Straße oberhalb von Taormina
- Kosten: Kostenlos zum Erkunden; Getränke bei Bar Turrisi zu normalen sizilianischen Barpreisen
- Beste Zeit: Später Nachmittag bis Sonnenuntergang, für den Blick zurück auf Taormina und die Küste
- Anreise: Interbus ab Taorminas Busbahnhof, oder zu Fuß über den Sentiero dei Saraceni
- Geeignet für: 2-3 Stunden
Jeder, der auf Taorminas Terrassen steht, blickt irgendwann nach oben und bemerkt ein Dorf auf dem Felsen darüber, das zurückschaut. Das ist Castelmola — Taorminas alte Akropolis, 529 Meter hoch, und der beste Ort, um genau die Küste zu sehen, die man gerade noch von unten bewundert hat. Es ist ein kurzer Ausflug, aber kein “hinfahren und fertig”: Die Straße hinauf ist eng, das Parken wirklich knapp, und die berühmteste Bar des Dorfes ist seltsamer als alles andere an diesem Küstenabschnitt.
Hinaufkommen
Interbus fährt eine direkte Route von Taorminas Busbahnhof zur Piazza Sant’Antonio in Castelmola, mit Abfahrten etwa alle 30-45 Minuten über den Tag verteilt — eine unkomplizierte 15-minütige Fahrt. Wer lieber läuft: Der Sentiero dei Saraceni (Sarazenenpfad) ist ein alter Maultierpfad, der durch das Tor Porta dei Saraceni hinaufführt, meist ab der Via Crucis bei der Kapelle Madonna della Rocca. Rechne mit fast zwei Stunden für die komplette Wanderung hin und zurück — viele Besucher fahren mit dem Bus hoch und laufen hinunter, was ich tatsächlich empfehlen würde.
Meine ehrliche Meinung zum Autofahren: lass es, außer du magst enge Serpentinen ohne Garantie auf einen Parkplatz oben. Das historische Zentrum hat praktisch keine eigenen Parkplätze; du wirst das Auto ohnehin davor lassen und hineinlaufen müssen — der Bus erspart dir dieses Problem komplett.
Piazza Sant’Antonio und die Aussicht
Der Hauptplatz des Dorfes, Piazza Sant’Antonio (auch Piazza Belvedere genannt), wurde 1954 mit Mosaikpflaster und einem antiken römischen Bogen angelegt. Das ist der Aussichtspunkt — Taormina liegt darunter ausgebreitet, dazu die Bucht von Giardini Naxos und an klaren Tagen die Silhouette des Ätna im Hintergrund. Er ist kostenlos, nicht versteckt, und trotzdem lohnt es sich, den Besuch danach zu planen: Das Licht am späten Nachmittag tut dieser Aussicht mehr Gutes als die Mittagssonne es je könnte.
Castello di Mola: die Ruinen über dem Dorf
Über der Piazza führt eine Treppe mit 78 Stufen hinauf zum Castello di Mola, einer Festung mit einem Kern aus dem 9. Jahrhundert und Erweiterungen aus dem 16. Jahrhundert, deren Eingangsbogen auf 1578 datiert ist. Viel steht nicht mehr, aber die zusätzliche Höhe verändert die Aussicht noch einmal, und der Aufstieg ist kostenlos.
Wo man essen sollte: Antico Caffè San Giorgio
Foto: Daniele Bellia
Meine ehrliche Meinung, nachdem ich selbst mit meiner Frau hier gegessen habe: Das Antico Caffè San Giorgio, direkt an der Piazza Sant’Antonio, ist einen Tisch wert, nicht nur einen kurzen Drink im Vorbeigehen. Die Qualität des Essens war überzeugend, und die Terrassenaussicht — Taormina darunter ausgebreitet, das Meer dahinter — ist die Art, bei der man nach dem Essen noch eine Weile sitzen bleibt. Seit den frühen 1900er-Jahren bewirtet man hier schon die Piazza, und man merkt es noch heute.
Bar Turrisi: der eigentliche Grund, warum man über diesen Ort spricht
1947 von Salvatore Turrisi als “Taverna del Mandorlo in Fiore” (Taverne des blühenden Mandelbaums) gegründet, servierte Bar Turrisi ursprünglich Mandelwein an durchreisende Reisende. Sie wird noch immer familiär geführt, inzwischen von Salvatores Enkeln, und serviert noch immer denselben vino alla mandorla, einen trockenen Weißwein mit Mandeln, Kräutern und Zitrusfrüchten.
Bekannt ist die Bar heute vor allem für ihre Einrichtung: vier Stockwerke voller phallischer Motive nach antiker griechischer Fruchtbarkeitssymbolik — Wandmalereien, Skulpturen, sogar die Möbel — die ihr den lokalen Spitznamen “il bar dei falli” eingebracht haben. Das ist keine kinderfreundliche Einrichtung, gut zu wissen, bevor man mit Kindern hineingeht; die oberen Stockwerke bieten zufällig auch einige der besten Ausblicke im Dorf, auf den Dom, die Bucht und den Ätna. Man geht wegen der Aussicht, und die schrullige Einrichtung ist das, woran man sich tatsächlich erinnert.
Der Dom, falls noch Zeit ist
Die Kathedrale San Nicolò des Dorfes wurde in den 1930er-Jahren wiederaufgebaut, angeblich auf Fundamenten, die auf ein Bauwerk aus dem 6. Jahrhundert zurückgehen — einen kurzen Blick wert, wenn man schon auf der Piazza ist, aber kein Grund, extra deswegen hinzufahren.
Praktische Tipps
- Wann hin: Später Nachmittag bis Sonnenuntergang, April-Oktober für das beste Wetter; Frühling und früher Herbst für weniger Andrang.
- Parken: Geh davon aus, dass es im Zentrum keine Parkplätze gibt — parke davor und lauf hinein, oder nimm den Bus und umgehe das Problem ganz.
- Zeitbedarf: 2-3 Stunden reichen für Piazza, Burgruine und ein Getränk bei Bar Turrisi, ohne zu hetzen.
- Kombinieren mit: Das passt natürlich zu einem Tag in Taormina — fahr am späten Nachmittag hoch nach Castelmola und komm zum Abendessen wieder herunter. Wenn das Teatro Antico an dem Tag mit draufsteht: buch das Skip-the-Line-Ticket (Affiliate-Link — eine Buchung darüber kostet dich nichts extra und unterstützt diese Seite) vorher, damit die Warteschlange nicht den Nachmittag frisst, den du für Castelmola wolltest.
Mehr zur Region im Taormina-Regionsguide.
Täglich Sizilien-Tipps, Comic-Reels und Blick hinter die Kulissen — auf Instagram.
@sicilyinsidertips folgen