Salina: Die grüne Äolische Insel, Kapern, Malvasia und der echte Il-Postino-Strand

- Lage: Äolische Inseln, nördlich der sizilianischen Küste bei Milazzo
- Anreise: Tragflügelboot ab Milazzo, etwa 1:40 Std. (Liberty Lines, im Sommer rund ein Dutzend tägliche Abfahrten); die Autofähre ab Milazzo braucht eher 3:20 Std.
- Bekannt für: Kapern, Malvasia delle Lipari und Pollara — den Strand, an dem Il Postino gedreht wurde
- Geeignet für: Eher einen mehrtägigen Aufenthalt als einen Tagesausflug — die Insel belohnt Entschleunigung
- Beste Reisezeit: Juni bis September
Wenn Vulcano die äolische Insel für Schlammbäder ist und Stromboli die für nächtliches Vulkanfeuerwerk, dann ist Salina die Insel für alles andere: die grünste im Archipel, mit zwei echten landwirtschaftlichen Produkten verbunden — Kapern und Malvasia delle Lipari, ein süßer Dessertwein — und Heimat des Strandes, der eine ganze Generation von Filmfans dazu brachte, eine Insel besuchen zu wollen, deren Namen sie gar nicht kannten.
Pollara und Il Postino
Das Dorf Pollara liegt im Rand eines erloschenen, halb eingestürzten Vulkankraters, zur Meerseite hin offen — genau deshalb sieht es so aus, wie man es aus Il Postino (1994) kennt, Michael Radfords Film mit Massimo Troisi als Dorfbriefträger, der sich mit dem im Exil lebenden Dichter Pablo Neruda anfreundet. Pollaras Landschafts- und Strandszenen — Troisi, der auf dem Fahrrad die Klippenstraße über dem Meer entlangfährt — wurden hier gedreht, auch wenn das fiktive Dorf im Film eigentlich eine kleine Insel bei Neapel sein soll; die Hafenszenen entstanden tatsächlich auf Procida bei Neapel, aber Salina ist der Ort, wo der Postbote wirklich Rad fährt. Der Kraterrand-Strand unterhalb des Dorfes ist Salinas meistfotografierter Ort — genau aus diesem Grund, und er lohnt sich allein wegen der Kulisse, auch ohne den Film gesehen zu haben.
Kapern und Malvasia: die zwei Dinge, die man wirklich probieren sollte
Salinas trockener, vulkanischer Boden erweist sich als nahezu ideal für zwei sehr unterschiedliche Kulturen. Kapern von hier gelten als einige der besten Italiens, werden auf lokalen Märkten noch am Zweig verkauft statt vorab eingelegt, und werden in Salinas eigener Küche deutlich großzügiger verwendet, als die meisten Besucher erwarten. Malvasia delle Lipari ist der DOC-Dessertwein der Insel, aus in der Sonne getrockneten Trauben gekeltert, um ihre Süße zu konzentrieren — lohnt sich, direkt bei einem Weingut zu probieren statt nur aus der Flasche, da mehrere kleine Erzeuger auf der Insel Verkostungen anbieten.
Die Dörfer
Santa Marina Salina, wo das Tragflügelboot anlegt, ist das belebteste Dorf der Insel und die naheliegende Basis für einen ersten Besuch. Malfa, an der Nordküste, ist ruhiger und näher an Pollara. Lingua, an der Südspitze der Insel, ist so klein, dass man es in wenigen Minuten von einem Ende zum anderen läuft — aber es gibt einen konkreten Grund, hier anzuhalten: Granita am Wasser, an einem Café-Tisch nah genug, um die Wellen zu hören — ein wirklich einfaches Vergnügen, das zu einer der Standardempfehlungen für Salina geworden ist.
Anreise
Liberty Lines betreibt die Tragflügelboot-Route von Milazzo (an Siziliens Nordküste, selbst erreichbar ab Messina oder Palermo) zu Salinas beiden Häfen, Santa Marina und Rinella, in rund 1 Stunde 40 Minuten, mit im Sommer etwa einem Dutzend täglichen Abfahrten vom frühen Morgen bis in den Abend. Siremars klassische Autofähre bedient dieselbe Strecke in eher 3 Stunden 20 Minuten, falls ein Fahrzeug mitgenommen werden soll, mit Abfahrten nur wenige Male pro Woche statt täglich. Für die meisten Besucher ohne Auto ist das Tragflügelboot die einfachere und schnellere Wahl.
Praktische Tipps
- Wenn möglich mehr als einen Tagesausflug einplanen: Salina belohnt ein langsameres Tempo als das Inselhüpfen per Tragflügelboot, das manche Besucher bei den Äolischen Inseln praktizieren.
- Vor Ort einen Roller mieten: die Straßen der Insel sind eng und kurvig, aber ein Roller überbrückt die Strecke zwischen Santa Marina, Malfa und Pollara deutlich einfacher als zu Fuß.
- Am späten Nachmittag nach Pollara: die Kraterrand-Kulisse wirkt einige Stunden vor Sonnenuntergang am besten im Licht.
- Malvasia-Verkostungen im Hochsommer vorab buchen: die kleineren Familienbetriebe haben im August nicht immer Platz für Spontanbesuche.
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Mehr zu den Äolischen Inseln, und Salina auf unserer interaktiven Sizilien-Karte ansehen.
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